"Ein Stückle Heimat"

Mundart-Theater-Talk mit Ulla Munz von der Badisch Bühn

Zum Interview

Jennifer

„Ein Stückle Heimat“ – das ist die Badisch Bühn, Karlsruhes kultiges Mundarttheater. Mit Herzblut präsentiert das Ensemble hier - "beim Schupi" - seit 1982 monatlich wechselnde Komödien und Lustspiele – natürlich immer in feinster Mundart, versteht sich!

Da der Theaterbetrieb gerade gestoppt ist, haben wir mit Ulla Munz gesprochen, die nicht nur viele lokale Künstler betreut, sondern neben ihrer Arbeit für die Badisch Bühn auch die alljährliche Karlsruher Theaternacht mitorganisiert. Sie verrät uns neben der neusten Produktion auch ihr badisches Lieblingswort…

Ob nun mit Start zum Juni oder später – um was geht es in eurem brandneuen Lustspiel „Oins nach em annere“? Was hat es mit dem Titel auf sich?

Herbis Frau ist mit den Möbeln auf und davon. Das einzige, was ihn noch aufrecht hält, sind seine gut gehende Metzgerei und die wöchentlichen Pokerrunden mit den Kumpels Manu, Luigi und Chris. Die in Liebesdingen erfahrenen Freunde beschließen, Herbis Kummer ein Ende zu setzen und haben dazu so einige Ideen. Doch weder die Bemühungen von Branca und Herrn Glöckner, noch die der verknallte Nachbarin Moni führen zum Erfolg. Die Freunde geben jedoch nicht auf und es wird turbulent… Was ein prämierter Schwartenmagen und eine Leberwurst mit dem Ganzen zu tun haben, müsst Ihr selbst herausfinden!

Die Badisch Bühn hat sich ja geradezu auf Komödien „spezialisiert“ – verpasst die badische Mundart dem Ganzen noch mehr Pepp?

„Auf jeden Fall!  Das Publikum sieht und hört auf der Bühne, wie es im wahren Leben zugeht,“ weiß Ulla. Zumindest bei waschechten Karlsruherinnen und Karlsruhern ist manche Story da gar nicht so abwegig… Titel wie „Die Pfann war sei Schiggsal“ und „De Bädschler“, die dieses Jahr auch noch im Programm sind, lassen da so einige theatralische Verstrickungen erahnen…

Erzählt uns ein bisschen über das Ensemble der Badisch Bühn – wer findet zu Euch? Muss man ein Karlsruher Urgestein sein, um einzusteigen?

Ein Karlsruher Urgestein muss man bei Weitem nicht sein, beruhigt uns Ulla. Aber: „Man sollte viel gute Laune, Freude am Leben und Spaß am Theater spielen mitbringen.“ Auch ein bisschen Freizeit ist natürlich wichtig – und nicht zuletzt der badische Dialekt! Ohne den wird es mit der Mundart auf der Bühne natürlich schwierig… Wer also daheim schon Badisch babbelt, ist immer herzlich willkommen!

Hand aufs Herz: Trauen sich auch ab und an ein paar Nicht-Badener in Eure Vorstellungen?

Gute Neuigkeiten: „Immer öfter!“ – Dass dabei auch alle sehr viel Spaß haben, freut das Ensemble natürlich besonders.

Zu guter Letzt: Dein Lieblingswort auf Badisch?

Der gute alte „Muggebaddscher“. Dem können wir nur beipflichten: Nichts macht den Dialekt so schön wie seine lautmalerischen Wortschöpfungen.

Alla – danke für den Blick hinter die Kulissen, Ulla!

_________________________

Eine kleine Info an alle, die schon Tickets gekauft haben:

Alle Tickets behalten ihre Gültigkeit und verlieren keinen Wert! Es ist jetzt keinerlei Eile geboten – Nehmt Euch die nächsten Wochen Zeit und sucht Euch ggf. Ersatztermine aus: Die nächste badische Comedy Night kommt bestimmt!

Und: Niemand muss während der Corona-Einschränkungen Kulturhunger leiden! Das stetig wachsende Programm an digitalen Führungen, Behind the Scenes, Mitmach-Angeboten und Co. findet Ihr gesammelt unter

Frau mit Laptop auf der Couch, neben ihr liegt eine Katze