Mamma Macchiato

„Na, die Kühe fragt doch auch niemand!“

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Jennifer

Seit dem 23. November läuft im Kammertheater Karlsruhe das neue satirische Musical „Mamma Macchiato“. Ich durfte einmal vorab bei einer der finalen Proben reinschnuppern und auch die Premiere dieses urkomischen Stücks live miterleben.

Geschrieben wurde das Musical vom erfolgreichen Autor, Klavierkabarettist und Komponist Tom van Hasselt, der erfreulicherweise auch selbst bei der Premiere dabei sein konnte. Seine Stücke nehmen ihr Thema und Genre bewusst nicht allzu ernst, treffen aber satirisch den Nerv der Zeit. In diesem Fall heißt das: mit sexuellen Tabus brechen, mit Humor über das Berliner Hipsterviertel herziehen, mit spaßiger Musik das Leid der jungen Unternehmerschicht beklagen.

Mit den intensiven 6-Tage-die-Woche-Proben haben die drei Darsteller übrigens wie gewohnt erst zwei Monate vor der Premiere begonnen – für einen Laien wie mich klang das doch nach sehr wenig Zeit, um so ein komplexes Stück mit Choreographien, Songtexten, Live-Klaviermusik, selbst geschneiderten Kostümen und zwei Stunden Spielzeit einzustudieren. Aber das Ergebnis der Profis kann sich sehen lassen! Anna Winter, Nicole Rößler und Sebastian Smulders spielen zu dritt über 15 Rollen, vom zeugungsunwilligen Lebemann Frank über die verschreckten Praktikantin Helena bis hin zur Gluckenmatrone.

Schwarzer Humor: Wenn die Milchnot zur Massageeinheit wird

Worum geht es nun in „Mamma Macchiato“? Kurzum: Die Geschwister Simone und Thomas wollen an ihr Erbe, müssen laut Testament ihres Vaters jedoch dafür erfolgreich gemeinsam einen Laden führen. Doch das Wannabe-Hipster-Café im Prenzlauer Berg will nicht so recht laufen – und als die Milch ausgeht, greift die verzweifelte Praktikantin Helena, die es eigentlich auf Thomas abgesehen hat, zu drastischen Mitteln. In den Worten der Produzenten: „Hier werden Powermütter gemolken und Milchbubis abserviert. Blasierte Bauherrinnen tanzen mit dekadenten Pseudo-Künstlern die Rumba Gentrificado, während sich zwischen drei Menschen ein Beziehungs- und Familiendrama entwickelt, das griechisch-tragödische Dimensionen bekommt.“

Inmitten dieser grotesken Beziehungsstrukturen tummeln sich Bloggerinnen in Pink, die mit Selfiestick bewaffnet nach der besten Latte in Berlin suchen, verträumte freischaffende Künstler, die durch den Kakao – pardon, den Kaffee – gezogen werden, gefügig gemachte Väter in spe und definitiv der ein oder andere politische Aufhänger.

Kinderwunsch? – „Hast du schon mit Frank drüber geschlafen“?

Vom Hipster zum Spießer? – „Früher haben wir die Häuser besetzt, heute besitzen wir sie.“

Mehr Mütter zum Melken? – „Wie wäre es mit Syrerinnen, die kein Deutsch können? Die Kühe fragt doch auch niemand.“

Welche Farbe hat denn guter Kaffee? – „Schwarz, weiß, koscher, ist doch egal.“

Was passiert, „wenn das Gute einfach zu doof war“…

Mit Gute-Laune-Musik von Swing über Hip-Hop bis zur Ballade und fetzigen, unverblümten Dialogen ist „Mamma Macchiato“ ein grandios-spritziges Stück, das den Zeitgeist wunderbar humorvoll aufnimmt. Wer Lust auf gute Unterhaltung hat: Im K2 – Kammertheater Karlsruhe läuft das Musical noch bis zum 26. Dezember und erneut in der Sommerspielzeit vom 12. April bis 12. Mai 2019.

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