Traumschöff - Seekrank vor Glück

Ein Abend auf hoher See

Zur Kreuzfahrt

Natalie und Lucie

Der Sommer neigt sich zum Ende zu und leider haben wir es noch nicht geschafft, uns eine Auszeit zu gönnen. Deshalb entschließen wir uns kurzfristig dazu, mit der Costa Romantica (zumindest für einen Abend) in See zu stechen.

„Achtung – Nur für Schlagerfans!“

Wir wissen gar nicht, was uns auf dieser Fahrt erwartet. „Achtung – Nur für Schlagerfans!“ heißt es auf den Plakaten am Eingang. Nun sind wir erst Recht skeptisch, da eigentlich niemand von uns blutiger Schlagerfan ist oder – mal abgesehen von Fasching – dieses Musikgenre hört. Nichts desto trotz lassen wir uns auf die Kreuzfahrt „Traumschöff“ ein.

Überraschenderweise, zumindest für uns Schlagerküken, tummeln sich die Gäste bereits im Eingangsbereich. Ausgelassene Stimmung und gute Laune bestimmen den Grundtenor. Ob wohl das Gläschen Sekt, an dem sich viele festhalten, der Grund dafür ist?

Bei einer Kreuzfahrt ist die Sicherheit natürlich sehr wichtig, weshalb direkt am Eingang Fanbags zu erwerben sind, welche mit Rettungswesten, Leuchtstäben und vielen nützlichen Kreuzfahrt-Accessoires gefüllt sind.

Mittendrin statt nur dabei

Als die Türen sich endlich zum Saal öffnen, erinnert uns dieser erstmals an einen Kinosaal: gepolsterte Klappsessel und schwere Vorhänge in Weinrot, es fehlt nur noch die Popcorntüte. Sobald alle ihre Plätze einnehmen, beginnt unsere Reise mit dem Traumschöff. Der Kapitän begrüßt uns auf hoher See und statt des Popcorns in der Hand haben wir eine Meeresbrise in der Nase. Die Fahrt geht los und wir machen es uns gemütlich. Doch entgegen unserer Vorstellung einer entspannten Kreuzfahrt bzw. gemütlichen Theaterstückes fordert der Kapitän unseren vollen Einsatz! Und das Publikum nimmt voller Elan die aktive Rolle ein. Zum Beispiel als Welle, von denen es ja reichlich im Meer gibt. Jedes Mal, wenn das Wort „Welle“ fällt, reißen wir die Hände in die Luft und eine filmreife Laola- Welle brandet durchs Theater. Uns ist schnell klar, dass es nicht bei langweiligem Rumsitzen und Zuhören bleibt.

Mit „80 Küssen um die Welt“ stimmen wir das Schlagermusical ein und die anderen Darsteller betreten den Raum.

An Bord herrscht ein einziges Beziehungschaos, wie sich recht schnell zeigt. Liebende werden auf Probe gestellt, Ex-Partner treffen aufeinander und die Gefühle gehen hoch und runter, gleich des Wellengangs des Meeres.

Mittendrin wir als das Publikum und Teil der Crew sind voll dabei. Es wird viel gelacht, geschunkelt, gesungen und getanzt. Zu unserer eigenen Überraschung können wir zu fast jedem Lied, zumindest beim Refrain, mitsingen. Zur Pause losgeschickt werden wir mit einer Polonaise, die sich durch den ganzen Saal schlängelt.

Als wir den ersten Teil der Show Revue passieren lassen, wird uns klar: Man muss definitiv kein Schlagerfan sein, um sich von dieser Show mitreißen zu lassen!

Im nächsten Teil kommt der Hit des Abends, welcher uns sicher in den nächsten Wochen verfolgen wird: „Cordula Grün“.

Beeindruckend finden wir, dass die 4 Schauspieler in mindestens 12 verschiedene Rollen schlüpfen, sogar in Delfine inklusive überzeugender Delfingeräusche.

Fazit

Gegen Ende können wir sagen, dass uns dieses Schlagermusical, welches von Intendant Ingmar Otto geschrieben und inszeniert wurde, überzeugt und positiv überrascht hat.

Jeder verlässt die Costa Romantica mit einem Lächeln im Gesicht, schunkelnd und mit den diversesten Schlagermelodien im Kopf.

Wir sind uns daher auch sofort einig, dass wir uns die Wiederaufnahme des Musicals „Tinder“ nicht entgehen lassen werden. Alle Infos zum neuen Spielplan des Kammertheaters gibt’s unter https://www.kammertheater-karlsruhe.de/

Es lohnt sich offen für Neues zu sein! Ahoi!!

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