Fakten oder Fantasie?

Karten erzählen Geschichten!

Zur Entdeckungsreise

Jennifer • Juli 2020

Eigentlich hätte sie schon zu den Europäischen Kulturtagen im Mai starten sollen: Die reich bebilderte („bekartete“?!) Ausstellung „Fakten oder Fantasie“ in der Badischen Landesbibliothek. Rund 60 historische und moderne Karten – aus den eigenen Beständen, Stuttgarter Leihgaben und auch privaten Schätzen – hat die BLB hier in Zusammenarbeit mit der Landesbibliothek Oldenburg zusammengestellt. Die Prämisse: Karten geben nicht nur historische Begebenheiten wieder, sondern erzählen in vielen Fällen auch spannende Geschichten!

Vom antiken Weltbild bis nach Mittelerde

In Atlanten, Reisebeschreibungen und theologischen Werken sind zahlreiche Karten in ihrem ursprünglichen Kontext erhalten geblieben und geben uns heute Einblick in die Weltsicht vergangener Zeiten.

So lautet die Botschaft. Also, auf zur Zeitreise! Im Rundgang mit Pressesprecherin Karen Evers wird so manches Thema aufgegriffen: Wann wurden die ersten Himmelskörper-Theorien in Karten festgehalten? Wie wurden Sternbilder verortet? Wie hat man sich das Erdinnere in vergangenen Jahrhunderten vorgestellt? Und wieso malten J.R.R. Tolkien, George R.R. Martin und Co. so detaillierte Landkarten für ihre Fantasy-Romane? Hier schließt sich der Kreis zwischen der Darstellung von Fakten und Fantasie.

Matthäus Seutter: Ansicht der Karlsruher Schlossanlage, Augsburg, um 1730 © Badische Landesbibliothek

Eine Mappa Mundi in einer Ausgabe von „Robinson Crusoe“

Von Ptolemäus zu Google Maps

Karten gehören für uns zum Alltag – Wer hat nicht den Diercke Weltatlas im Regal oder die Navigations-App auf dem Handy? Jederzeit die Orientierung zu behalten, ist für uns selbstverständlich – auch wenn unsere Karten nicht mehr gen Osten (lat. oriens), sondern nach Norden zeigen.

Schon Aristoteles deklarierte im 4. Jh. v. Chr., dass die Erde eine Kugel sei. Doch es sollte noch über tausend Jahre dauern, bis Kopernikus das heliozentrische Weltbild ausarbeitete. Im Mittelalter standen oftmals theologische Aspekte im Vordergrund – Jerusalem als Nabel der Welt rückte in die Mitte, während die runden T-O-Karten sich schematisch in die drei bekannten Kontinente Europa, Asien und Afrika teilten. Auch allegorische Darstellungen, zum Beispiel die liegende Europa –  mit „Hispania“ als Kopf und „Italia“ als Ärmel usw. – waren beliebt. Bis in die Frühe Neuzeit sah es oft recht vage aus – das Zeitalter der Entdeckungen ab ca. 1500 sowie die Entwicklung von Messgeräten verhalfen der Kartographie zu genaueren Küstenlinien und Entfernungen.

Der Mainzer Domherr Bernhard von Breydenbach reiste Ende des 15. Jh. ins Heilige Land. Peregrinatio in Terram Sanctam, Speyer, 1502.

Seekarte der Südsee, 1644 © Badische Landesbibliothek

Reisen in ferne Welten

Ob nun Westeros, Magma im Erdinneren oder Pegasus am Himmel: Die Karten in der Ausstellung ziehen einen in ihren Bann vergangener Zeiten, ob nun faktisch korrekt oder rein fantastisch.

Und wer möchte, kann am Ende sogar selbst auf einer modernen Karte einen Sticker hinterlassen an den realen Orten, an die er oder sie gerne reisen würde. Da Schottland, das bei mir im Mai angestanden hätte, schon prall gefüllt war, habe ich meins nach Süditalien geklebt – denn die nächste Reise über und um den Globus kommt bestimmt.

Johann Bayer: Ansicht des Sternbildes Pegasus, in: Uranometria, Ulm, 1661 © Landesbibliothek Oldenburg

Athanasius Kircher: Ansicht des Erdinneren, in: Mundus Subterraneus, Amsterdam, 1678 © Badische Landesbibliothek

Und wer von Atlanten und Himmelskarten nicht genug bekommen kann…

…der ist bei Dr. Annika Stello und ihren Kolleg*innen der Badischen Landesbibliothek bestens aufgehoben mit einem vielfältigen Begleitprogramm zur Ausstellung: Kurzführungen, Vorträge oder – wie in unserem Fall – Bastel-Workshops garantieren interessante und spaßige Ausflüge für jede*n!

Mehr Infos gibt's beim Interview mit dem Schwarzwaldradio: 

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