Was macht eigentlich...

eine Fotolaborantin in der Badischen Landesbibliothek?

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Jennifer · Februar 2021

Ebenso bunt wie die Karlsruher Kultur ist die Vielzahl an Berufen in der Szene - manch einer skurriler als der andere. In dieser Reihe stellen wir Euch daher Stück für Stück einige Gesichter vor, die dafür sorgen, dass Oper, Ausstellung, Aquarium und Co. so vor unseren Augen erscheinen, wie sie es tun.

#2: Was macht eigentlich... eine Fotolaborantin in der Badischen Landesbibliothek?

Beate Ehlig

... ist gelernte Fotolaborantin und Mitarbeiterin in der Digitalisierung der BLB.

Sie sind von Beruf Fotolaborantin und arbeiten seit fast 25 Jahren für die Badische Landesbibliothek. Wie sind Sie in diesem Job gelandet?

Ich habe von 1982 bis 1984 in der damaligen Fotostelle der BLB meine Ausbildung absolviert. Im Jahr 1998 habe ich nach Stationen in der freien Wirtschaft und Kinderpause wieder hier angefangen.

Für mich stand es schon während meiner Ausbildung fest, dass ich versuchen werde, wieder in der BLB zu arbeiten. Der Umgang mit den verschiedenen Materialen von alten Handschriften bis hin zu alten Drucken, Karten oder auch Musikalien hatte mich schon damals gefesselt. Ich finde es auch nach so langer Zeit immer noch faszinierend, wenn ich eine Handschrift in den Händen halte, wie jemand so etwas Einzigartiges mit den eigenen Händen entstehen lassen konnte. Da kein Buch dem anderen gleicht, ist es oft eine Herausforderung, wie man das Material richtig bearbeitet, um möglichst schonend ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Was macht Ihnen in diesem Job in der Kultur besonders Spaß? Was sind die Herausforderungen?

Die größte Herausforderung für mich war der Umstieg von der analogen zur digitalen Fotografie. Ab 2005 fingen wir an, die ersten digitalen Aufnahmen zu erstellen, bevor dann im Jahr 2010 das Fotolabor aufgelöst und in eine Digitalisierungswerkstatt umgebaut wurde. Ich hatte bis dahin überwiegend alleine gearbeitet und ab da kam eine Teamleitung für den bibliothekarischen und organisatorischen Bereich hinzu. Ebenso mehrere Werkstudierende. Diese an den Geräten einzuarbeiten, ist ein Teil meiner Aufgabe. Es macht mir sehr viel Freude, mein Wissen und meine Erfahrung an diese weiterzugeben.

Was war bisher Ihr persönliches Highlightprojekt?

Meine größten Highlights sind eigentlich immer die Mitwirkung bei Ausstellungen, insbesondere wenn es um die Fotos für Ausstellungskataloge geht. Da freue ich mich dann, wenn ich auch einmal z. B. für Aufnahmen ins Naturkundemuseum oder in ein Kloster gehe. Wenn ich es genau überlege, ist aber eigentlich fast jeder Tag ein Highlight für mich, da die Arbeit - auch wenn es von den Handgriffen her immer gleich ist - doch nie dieselbe ist.

Was wissen die meisten Menschen nicht über Ihren Beruf?

Was viele über meinen Beruf nicht wissen, ist, dass es das Berufsbild des Fotolaboranten so nicht mehr gibt. Ich habe noch schwarz-weiß im Labor mit Chemikalien gearbeitet und mit Kameras Reproduktionen erstellt, eben ein Handwerk. Heute ist alles digital und man braucht ein gutes Bildbearbeitungsprogramm. Meine Erfahrungen aus dem Analogen haben mir aber dennoch sehr beim Umstieg geholfen. Das Material ist dasselbe geblieben, nur die Geräte haben sich geändert von einer Reprokamera hin zu Hochleistungsscannern.

Was war bisher Ihr skurrilstes, lustigstes oder erinnerungswürdigstes Erlebnis auf der Arbeit?

Skurril ist eigentlich das, was man in so alten Handschriften alles finden kann. Von getrockneten Blütenblättern und Samenkörnern über Vogelfedern bis hin zu getrockneten, zerdrückten Fliegen oder Spinnen habe ich schon alles in den Büchern gefunden. Da frage ich mich schon mal, wie alt diese Dinge wohl sind.

Erinnern werde ich mich immer daran, wie einmal ein Druck für mehrere Hunderttausend D-Mark eingekauft wurde und eine Kollegin aus einer anderen Abteilung ehrfürchtig zu mir sagte, dass sie diesen Druck gesehen habe. Worauf ich ihr entgegnete, dass ich diesen Druck Seite für Seite durchgeblättert habe, da ich ihn Mikroverfilmen durfte.

Ich bin froh, dass ich eine so interessante Tätigkeit in der BLB ausüben kann und damit auch einen Teil dazu beitrage, das kulturelle Erbe für die Zukunft zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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