Partner der Woche: das Karlsruher Dokumentarfestival dokKa

16. Mai 2022 • ~ • Karlsruhe Kultur
© dokKa

dokKa 2022

Das Karlsruher Dokumentarfestival präsentiert in diesem Jahr vom 25. bis 29. Mai insgesamt 17 Dokumentarfilme und Hördokumentationen in zwei Kinos. Zentraler Veranstaltungsort ist die Kinemathek in der Kaiserpassage. Weitere Vorstellungen finden erstmals in der Schauburg in der Südweststadt statt. Zusätzlich bietet die inzwischen neunte Ausgabe von dokKa seinen Besucher*innen ein umfangreiches Rahmenprogramm sowie mit der neuen digitalen Plattform dokKa connect die Möglichkeit, zahlreiche Programmpunkte als Stream online zu verfolgen – und das bis einschließlich 5. Juni.
 

Eröffnungsfilm widmet sich brisantem Thema

Eröffnet wird dokKa am 25. Mai mit dem Dokumentarfilm Anima - die Kleider meines Vaters, der im Anschluss an die 19 Uhr stattfindende Eröffnung gezeigt wird. In dem rund 90minütigen Werk schaut die Regisseurin Uli Decker in die Vergangenheit ihrer Familie. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters bekommt sie von ihrer Mutter eine Kiste ausgehändigt. Der darin befindliche Inhalt verändert schlagartig ihren Blick auf den Vater, der ein zweites, geheimes Leben führte.
 

Zwei spannende Werke von Filmemacher*innen mit Karlsruhe-Bezug

Erstmals in der Geschichte von dokKa werden auf einem Festival zwei Dokumentationen von Künstler*innen gezeigt, die mit Karlsruhe verbunden sind. Den Auftakt macht der Film Köy, der am 26. Mai 16 Uhr in der Kinemathek läuft. Serpil Turhan, die aktuell eine Vertretungs-Professur Medienkunst Film an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe inne hat, führte über drei Jahre hinweg Gespräche mit drei Kurdinnen. Dabei ging es um die Türkei, die Bedeutung von Heimat im Allgemeinen und Kurdistan im Besonderen. Der Film nähert sich dem Gefühl von Zugehörigkeit auf eine ganz besondere Weise.

Marco Kugel studierte Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und lebt heute in Hamburg. In seinem 85minütigen Film Die Karte der Schönheit stellt er Fragen wie: Wie bemisst man die Schönheit einer Landschaft? Wie die eines ganzen Landes? Wie und wozu lassen sich subjektive Eindrücke in objektiv statistisch vergleichbare Daten wandeln? Motive für die aufgeworfenen Fragen sind die forcierte Energiewende sowie eine fragwürdige Initiative der Bundesregierung.
 

Einladung zum dokKa Frühstück

Das diesjährige dokKa-Festival bietet seinen Besucher*innen ein weiteres Novum. Am 26. und 29. Mai jeweils von 10 bis 12 Uhr sind alle Interessierten eingeladen zum dokKa Frühstück. Mitten im - zu dieser Zeit autofreien - Passage-Hof bieten sich neben Gaumenfreuden auch gute Möglichkeiten, mit anderen Gäst*innen ins Gespräch zu kommen. Für dokKa Festivalpass-Inhaber*innen ist das Frühstück inklusive, alle anderen zahlen 5 Euro pro Person. Diese Aktion findet im Rahmen des von der Stadt Karlsruhe initiierten Reallabors Passage-Hof statt, das diesen innerstädtischen Raum auch mit künstlerischen Interventionen bespielen wird.
 

Neue Plattform dokKa connect

Ebenfalls neu ist die Plattform dokKa connect, die in diesem Jahr am Eröffnungsabend 19 Uhr online geht. Nahezu alle Programmpunkte des Festivals sind ab diesem Zeitpunkt online verfügbar. Dazu gehören auch sämtliche Gespräche, die im Nachgang jeder Film- und Hörvorführung im Foyer der Kinemathek mit den Künstler*innen geführt werden. Mit einem Online-Pass können die Inhalte bis einschließlich 5. Juni 23 Uhr gestreamt werden.

Mit dokKa connect wird das Festival zudem interaktiv, denn alle über die digitale Plattform eingehenden Kurznachrichten und Kommentare von Zuschauenden und Zuhörenden werden auf der dokKa Internetseite sowie der digitalen Anzeigetafel im Kino-Foyer zu sehen sein. Die Plattform wurde durch das Projekt “dive in” der Bundeskulturstiftung ermöglicht.
 

Querschnitt der Themen als gesellschaftlicher Spiegel

Die dokKa-Auswahlkommission, die in diesem Jahr aus Christine Reeh-Peters, Wolfram Wessels, Carmen Beckenbach, Mo Frank und Nils Menrad bestand, freute sich über rund 200 eingereichte Dokumentarfilme und Hördokumentationen. Die Arbeiten, alle entstanden in den letzten zwei Jahren, spiegeln mit ihrem Querschnitt die Themen wieder, mit denen sich Künstler*innen aktuell beschäftigen. Der Auswahlkommission ist es gelungen, diesen gesellschaftlichen Spiegel in ein fünftägiges Programm zu überführen und mit einer bemerkenswerten Festival-Dramaturgie zu versehen.
 

Preisverleihungen am 29. Mai

Zum Abschluss von dokKa werden am 29. Mai 20 Uhr die Preise verliehen. Dazu gehören die Ehrung als bester Dokumentarfilm, sowie die Auszeichnung des besten Hörstückes. Die Entscheidungen zur Preisvergabe fällt die Jury mit den Mitglieder*innen Norbert Lang, Ivo Zen und Esther Bus. Der künstlerische Rahmen der Preisverleihung wird von Johannes Kreidler gestaltet. Er ist Komponist, Konzept- und Medienkünstler und lehrt als Professor für Komposition an der Hochschule für Musik Basel.

Erstmals wird in diesem Jahr am Abschlussabend das dokKa Recherche-Stipendium vergeben, ermöglicht durch die Ursula Blicke Stiftung. Das Stipendium soll künstlerisch-dokumentarische Projekte aus den Bereichen Dokumentarfilm und Hördokumentation unterstützen. Gefördert werden die Entwicklung und Vorbereitung von Projekten. Für die hierbei entstehenden Kosten, zum Beispiel Reisen, Recherchen oder Honorare, wird ein einmaliger Zuschuss bis zu 5.000 Euro gewährt.
Traditioneller Abschluss des Festivals ist die Wiederholung des dokKa Gewinnerfilms in der Kinemathek Karlsruhe.

Weitere Infos zum 9. Dokumentarfestival Karlsruhe finden Sie hier.