Partner der Woche: Städtische Galerie Karlsruhe

17. Februar 2020 • ~ • Karlsruhe Kultur
© Alicja Kwade, Kohle, 2006, Courtesy the artist and KÖNIG GALERIE, Berlin, London, Tokyo

Mit der Ausstellung „(Un)endliche Ressourcen. Künstlerische Positionen seit 1980“ wird in der Städtischen Galerie vom 7. März bis 13. September 2020 die Kehrseite des Konsums beleuchtet.

Die Auswirkungen der heutigen Konsumgesellschaft auf die Umwelt sind allgegenwärtig. Sei es, dass wir sie mit unseren eigenen Sinnen erfahren und darüber im Alltag diskutieren, sei es, dass wir entsprechende Berichterstattungen Tag für Tag in den Medien verfolgen können. Vom Klimawandel ist dort die Rede, von der Verknappung der Ressourcen oder der Vermüllung der Meere. Vor gesundheitlichen Folgen wird ebenso gewarnt wie vor wirtschaftlichen und sozialen. Nicht zuletzt wird immer wieder der Ruf nach der Notwendigkeit eines Umdenkens laut. Dabei ist die Debatte um die ökologischen Folgen der Wohlstandsgesellschaft von einer Vielzahl an Meinungen geprägt: Politische Diskussionen kreuzen wissenschaftliche Stellungnahmen, in den Wirtschaftsmagazinen wird über die Grenzen des Wachstums ebenso spekuliert wie in den Feuilletons. Der Begriff des Anthropozäns und damit die Idee eines neuen, maßgeblich von der Menschheit beeinflussten Erdzeitalters haben Hochkonjunktur. Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Kunst, die immer wieder den Anspruch erhebt, an gesellschaftlich relevanten Debatten wie diesen Anteil zu haben?

Zahlreiche Künstler*innen der letzten Jahre widmen sich in ihren Arbeiten virulenten Fragen, wie etwa denjenigen nach einem verantwortungsvollen Umgang mit bestehenden Ressourcen, dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur oder möglichen Recyclingstrategien. Damit greifen sie zum Teil Themen wieder auf, die bereits in den 1970er und 1980er Jahren verhandelt wurden.

Ausgehend von ausgewählten Beispielen der letzten 40 Jahre präsentiert die Ausstellung zeitgenössische Werke, die sich unter verschiedenen Aspekten mit den wechselseitigen Einflüssen zwischen der sich zunehmend globalisierenden Wegwerfgesellschaft und ihrer Umwelt beschäftigen. Diese aktuellen Positionen beobachten, dokumentieren und kommentieren die Veränderungen und Spuren, die die Nutzung und Ausnutzung unserer Lebensgrundlagen hinterlassen. Das heutige Verhältnis zwischen Natur und Zivilisation wird ebenso in den Blick genommen wie das vielgestaltige Phänomen des Abfalls. Auch natürliche Rohstoffe wie Wasser oder fossile Ressourcen sind Gegenstand der künstlerischen Betrachtung. Dabei werden grundlegende Fragen nach der Materialität von Kunst berührt. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Untersuchung des transformativen Charakters von Stoffen, sei es in Bezug auf die Wandlungsfähigkeit des Materials, sei es in Bezug auf neue Wertzuschreibungen. Hier treffen sich der Begriff der Ressource im Sinne der Lebensgrundlage und die klassische Vorstellung des Werkstoffs, der nach einer geistigen Idee künstlerisch weiterverarbeitet und zu einer Form wird.

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