Was macht eigentlich...

eine Digitalmanagerin an der Kunsthalle?

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Dirk - Januar 2022

Ebenso bunt wie die Karlsruher Kultur ist die Vielzahl an Berufen in der Szene - manch einer skurriler als der andere. In dieser Reihe stellen wir Euch daher Stück für Stück einige Gesichter vor, die dafür sorgen, dass Oper, Ausstellung, Aquarium und Co. so vor unseren Augen erscheinen, wie sie es tun.

#12: Was macht eigentlich... eine Digitalmanagerin an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe?

Tabea Schwarze

… arbeitet seit Januar 2017 bei der Kunsthalle Karlsruhe und ist seit 2020 dort Digitalmanagerin.

Wie sind Sie in diesem Job gelandet?

Nach dem Studium der Medienkultur sowie der Kulturanalyse und Kulturvermittlung erschien mir ein Volontariat im Bereich der Digitalen Kommunikation als sinnvolle Kombination der verschiedenen Aspekte des Studiums. Dieses absolvierte ich im Museum Marta Herford. Im Anschluss begann ich in der Kunsthalle in der digitalen Kommunikation und konnte mich 2020 erfolgreich auf die neue Position des Digital Managements bewerben. 

Was macht Ihnen in diesem Job in der Kultur besonders Spaß? Was sind die Herausforderungen?

Es ist ein sehr kreatives und facettenreiches Feld. Besonders schön ist es, wenn für eine bestimmte Zielgruppe konzipierte Digital-Angebote begeistert angenommen werden und Menschen so neue oder ungewöhnliche Zugänge zu Kunst und Kultur für sich entdecken. In der Museumswelt hat es einige Zeit gedauert, bis der digitale Wandel als Chance begriffen wurde, entsprechend viele – bislang noch nicht genutzte – Potentiale verbergen sich noch hier.

"Art of" Overview - Moodtracker

Was war bisher Ihr persönliches Highlightprojekt?

„Art of“ sowie der Launch der „360 Grad-Challenge“ – insbesondere während der sanierungsbedingten Schließphase der Kunsthalle ist es ein besonderes Highlight die Kunstwerke unserer Sammlung nicht nur digital zu erleben, sondern auch selbst aktiv werden zu können. Während mit „Art of“ lustvoll die Zeit verschwendet, zum eigenen Lifestyle passende Kunstwerke gefunden und kreativ bearbeitet werden können, müssen bei der „360-Grad-Challenge“die Räume der Kunsthalle möglichst schnell durchgespielt werden – dabei erfahren die digitalen Besucher*innen natürlich allerhand Spannendes wie Kurioses.

Was wissen die meisten Menschen nicht über Ihren Beruf?

Dass er in einem Museum notwendig ist. Gerade außerhalb der Kulturbranche kommt häufig die Frage danach auf, womit sich eine solche Stelle befasse. Bei vielen herrscht noch das Bild eines mit dem Verlassen des Museums endenden Besuchs vor. Dass der Bildungsauftrag und auch die Möglichkeiten viel weiter reichen, bleibt dabei oft unbeachtet. Umso schöner ist es aber, dann die digitalen Angebote vorstellen zu können

"Art of" Filmstill aus der Kampagne - Agentur Triebfeder © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Was war bisher Ihr skurrilstes, lustigstes oder erinnerungswürdigstes Erlebnis auf der Arbeit?

Erinnerungswürdig sind viele Momente – so verlieren der Blick hinter die Kulissen eines Ausstellungsaufbaus und die direkte Begegnung mit den Kunstwerken nie ihren Zauber. Umso wichtiger ist es, nicht nur digitale Angebote ohne Verluste aus dem Analogen zu übertragen, sondern auch im digitalen Raum neu und mit den hier gegebenen Möglichkeiten zu denken.

Sean Scully in der Kunsthalle Karlsruhe, Foto: Bruno Kelzer

Ein großes Dankeschön für den spannenden Einblick in Ihre Arbeit als Digitalmanagerin im Museum.

Mehr Infos zu den digitalen Angeboten der Kunsthalle - auch während der Schließzeit - findet ihr hier