Was macht eigentlich...

eine Gemälderestauratorin?

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Maëlle - April 2021

Ebenso bunt wie die Karlsruher Kultur ist die Vielzahl an Berufen in der Szene - manch einer skurriler als der andere. In dieser Reihe stellen wir Euch daher Stück für Stück einige Gesichter vor, die dafür sorgen, dass Oper, Ausstellung, Aquarium und Co. so vor unseren Augen erscheinen, wie sie es tun.

#5: Was macht eigentlich... eine Gemälderestauratorin an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe?

Anna Virgin

...ist Gemälderestauratorin an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und kommt der Kunst als "Objekt" näher als kein anderer.

© Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Foto: N. Bordt

Sie sind von Beruf Gemälderestauratorin und arbeiten seit Februar 2021 an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Wie sind Sie in diesem Job gelandet?

Nach verschiedenen beruflichen Stationen an Institutionen im In- und Ausland habe ich die letzten Jahre in Karlsruhe als freiberufliche Restauratorin gearbeitet und vereinzelt bereits von der Kunsthalle Aufträge erhalten. Als dann die Stelle in der Gemälderestaurierung ausgeschrieben wurde, habe ich mich beworben, wurde zum ersten und auch zum zweiten Bewerbungsgespräch eingeladen. Als dann eine Zusage für die Stelle seitens der Kunsthalle kam, habe ich mich sehr gefreut.

Was macht Ihnen in diesem Job in der Kultur besonders Spaß? Was sind die Herausforderungen?

Als Restauratorin komme ich der Kunst als „Objekt“ so nah wie kein anderer – ich versuche die Arbeitsweisen der Künstler*innen und deren Ideen zu den mir vorliegenden Kunstwerken zu verstehen und die Geschichte des Werkes so weit wie möglich nachvollziehen zu können, durch das  „lesen“ der unterschiedlichsten Materialien.

Eine Herausforderung besteht darin, die Kunstwerke aus zumeist organischen Materialien so gut und so lange wie möglich für die Nachwelt zu bewahren. Das schließt viele Themenbereiche mit ein, wie beispielsweise die Materialien und deren chemischen und mechanischen Eigenschaften, aber auch die klimatischen und lichttechnischen Bedingungen.

© Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Foto: Bruno Kelzer | kelzer.de

Was war bisher Ihr persönliches Highlightprojekt?

Die Kunsthalle Karlsruhe wird im kommenden Jahr aufgrund einer bevorstehenden Sanierung schließen. Daher bereiten wir innerhalb des Teams die Sammlung für den bevorstehenden Umzug vor. Für mich bedeutet das konkret, sehr viele Objekte unter diesem Gesichtspunkt für den Transport zu sichten und zu sichern – was mir hilft die Sammlung besser kennen zu lernen.

Aus diesem Grund verbringe ich gerade einzelne Arbeitstage in der Orangerie, in der ich alleine mit der Kunst in dieser wunderschönen Architektur mit Stirnlupe und teils Mikroskop mit der Nase vor den schönsten Gemälden stehe.

Was wissen die meisten Menschen nicht über Ihren Beruf?

Es heißt Restaurierung und nicht Restauration – und ja, es handelt sich um ein volles Studium eingeteilt in Bachelor und Master.

© Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Foto: Bruno Kelzer | kelzer.de

Was war bisher Ihr skurrilstes, lustigstes oder erinnerungswürdigstes Erlebnis auf der Arbeit?

In einem anderen Beschäftigungsverhältnis saß ich während einer Kurierfahrt im Cargo-Bereich eines kleineren Flughafens, um meine Klimakisten mit Kunst zu begleiten, wartend auf den Flug neben einem pensionierten Polizisten, der in seiner „Transportkiste“ einen Verstorbenen zu seiner letzten Bestimmung begleitete…

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